Erik Saties „Parade" entstand 1917 als revolutionäres Gemeinschaftswerk mit Jean Cocteau, Pablo Picasso und Léonide Massine für Sergej Diaghilevs Ballets Russes. Das Werk verkörpert Saties ästhetische Grundsätze einer neuen, anti-romantischen Musik und gilt als wegweisend für die französische Moderne. Die Partitur integriert erstmals Alltagsgeräusche wie Schreibmaschine, Sirenen und Revolverschüsse in ein Orchesterwerk und sprengt damit bewusst die Grenzen zwischen Kunst und Leben.
Musikalisch verbindet Satie verschiedene populäre Stilrichtungen seiner Zeit – von Ragtime bis zu Jahrmarktmusik – mit seiner charakteristischen harmonischen Reduktion. Die klare, anti-impressionistische Klangsprache verzichtet auf romantische Überhöhung und setzt stattdessen auf pointierte Einfachheit und ironische Brechungen. Diese ästhetische Haltung sollte die nachfolgende Generation französischer Komponisten, insbesondere die Groupe des Six, nachhaltig prägen.
„Parade" gilt als Manifest der künstlerischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts und soll bei der Pariser Uraufführung für Skandal gesorgt haben. Das Werk etablierte Satie endgültig als zentrale Figur der französischen Moderne, die mit ihrer kompromisslosen Modernität neue Wege jenseits von Wagnerianismus und Impressionismus aufzeigte.
| Artikel-Nr. | Bezeichnung | Preis (inkl. 7% MwSt.) | |
|---|---|---|---|
| BO-5082.00 | Partitur / Full score Rouart, Lerolle & Cie., Paris, 1917 | € 22,80 | |
| BO-5082.10 | Stimmensatz / Set of parts inkl. Str. 5.4.3.2.2 Rouart, Lerolle & Cie., Paris, 1917 | € 135,00 | |
| BO-5082.21 | Extra Str. Vl.1 | € 4,50 | |
| BO-5082.22 | Extra Str. Vl.2 | € 4,50 | |
| BO-5082.23 | Extra Str. Va. | € 4,50 | |
| BO-5082.24 | Extra Str. Vc. | € 4,50 | |
| BO-5082.25 | Extra Str. Bass | € 4,50 |